Otto Gessler

deutscher Politiker und Jurist; Reichswehrminister 1920-1928; Oberbürgermeister von Nürnberg 1914-1919; Vorsitzender des "Vereins für das Deutschtum im Ausland" 1931-1933; im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 im KZ Ravensbrück inhaftiert; Präsident des Deutschen Roten Kreuzes 1950-1952

* 6. Februar 1875 Ludwigsburg/Württ.

† 24. März 1955 Lindenberg/Allgäu

Wirken

Otto Gessler wurde am 6. Febr. 1875 in Ludwigsburg (Wttbg.) als Sohn eines aktiven Unteroffiziers geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er an der Universität Erlangen, die er im Jahre 1898 absolvierte und an der er summa cum laude zum Doktor der Rechte promovierte. Nach dem Assessorexamen wurde er auf ein Jahr als Hilfsarbeiter ins Justizministerium berufen, dann zum dritten Staatsanwalt in Straubing ernannt, im Nov. 1905 zum Gewerberichter in München, am 12. Dez. 1910 zum ersten rechtskundigen Bürgermeister der Stadt Regensburg und am 9. Dez. 1913 zum Oberbürgermeister von Nürnberg gewählt. In den folgenden Jahren führte G. die Großstadt zielsicher durch die kriegsbedingten Schwierigkeiten. Während der Räteherrschaft in München war es G.s zielsicherer Energie zu verdanken, daß Nürnberg und das übrige Nordbayern von Blutvergiessen bewahrt blieben.

Im Okt. 1919 ging G. als Leiter des neu begründeten Wiederaufbauministeriums nach Berlin. Als infolge des Kapp-Putsches Ende März 1920 Noske als Reichswehrminister zurücktrat, übernahm G. seine Nachfolgerschaft. ...